Äthiopische Forschungen
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Im deutschsprachigen Raum
Peter Heyling
- geboren 1607/08
- studierte in Paris Rechtswissenschaften
- verließ 1632 Paris im das Evangelium zu verbreiten
- zog 1634 von Jerusalem mit Gesandtschaft des äthiopischen Kaisers nach Äthiopien
- gewann Freund in Äbunä Marqos und das Vertrauen der Äthiopier
- übersetzte Neues Testament ins Amharische
- lebte 17 Jahre in Äthiopien bevor er starb
Johannes Potken
- Kölner Propst
- lernte bei Äthiopiern in Rom Ge'ez
- veröffentlichte 1513 in Ge'ez Psalmen Davids und das Hohelied Salomos
- veröffetlichte 1518 in Köln die Psalmen Davids in Hebräisch, Griechisch, Äthiopisch und Latein
- 1522 kam eine Tafel mit dem Äthiopischen Alphabet, dem Vaterunser und Ave Maria in Äthiopisch und Latein hinzu
- starb vor 1525
Johann Georg Nissel
- geboren 1623/4, gestorben 1662
- bekam Hilfe von äthiopischen Mönchen von Santo Stefano dei Mori
- lebte lange in Leiden
- bekannt durch äthiopische Drucke
Theodor Petraeus
- gestorben 1672
- lebte in Flensburg
- bekannt durch äthiopische Drucke
Hiob Ludolf
- gilt als Begründer der äthiopischen Studien
- am 24. Juni 1624 in Erfurt geboren
- studierte Medizin und Naturwissenschaften
- wandte sich Sprachen und Musik zu
- lernte neben Latein und Griechisch fast alle wichtigen europäischen Sprachen
- bekam 1649 von Baron von Rosenhahn den Auftrag, in Rom nach bestimmten Dokumenten zu suchen
- er fand diese Dokumente nicht, traf jedoch in Santo Stefano dei Mori auf dort lebenden Äthiopier Äbba Gregorios
- Ludolf sprach bereits Ge'ez und konnte sich mit Gregorios, welcher sich als zuverlässige Quelle erwies, unterhalten
- Herzog Ernst von Sachsen-Gotha beauftragte Ludolf, mit Gregorios am Gothaer Hof die Studien fortzusetzen
- 1652 etliche Monate Arbeit an Ge'ez und Äthiopischer Geschichte
- 1658 kam Gregorios auf der Reise nach Äthiopien bei einem Schiffbruch ums Leben
- ab 1677 widmete sich Ludolf seinen Studien in Frankfurt am Main
- Ludolf starb am 8. April 1704 in Frankfurt am Main
- Ergebnis seiner Studien bilden die äthiopische und amharische Grammatik mit den entsprechenden Wörterbüchern
- Werke u.a.:
- "Historia Aethiopica"
- "Historia"
- "Commentarius"
August Dillmann
- geboren 1828
- arbeitete Material einiger Äthiopienreisender auf
- gilt als Wiederbegründer der Äthiopischen Studien in Europa
- der Theologe Dillmann erforschte Sprache, Literatur und Geschichte Äthiopiens
- Resultat waren Kataloge der äthiopischen Handschriften
- Professor an den Universitäten Tübingen, Kiel, Gießen und Berlin
- starb am 4. Juli 1894 in Berlin
- Werke u.a.:
- "Grammatik der äthiopischen Sprache" (zweite Auflage 1899 von Carl Bezold bearbeitet)
- "Lexicon Linguage Aethiopicae" (Leipzig 1865, bis heute einzige umfassende Wörterbuch des Ge'ez)
- "Chrestomathia Aethiopica" (zweite Auflage 1950 mit Zusätzen und Korrekturen von Enno Littmann)
Franz Praetorius
- geboren 1847
- setzte Dillmanns Arbeit fort
- 1870 philosophische Dissertation über Teile der Kabra Nagast
- 1886 Veröffentlichung der "Äthiopische Grammatik mit Paradigmen, Litteratur, Chrestomathie und Glossar" in Sammlungen der "Porta linguarum orientalium"
- Hauptverdienst Erforschung der modernen äthiopischen Sprachen
- Werke:
- amharische Grammatik (1879)
- "Grammatik der Tigrina-Sprache in Abessinien, hauptsächlich in der Gegend Aksum und Adoa" (1871)
- "Zur Grammatik der Gallasprache" (1893)
- "Über die hamitischen Sprachen Ostafrikas"
weitere deutsche Forscher
- Carl Bezold (1859-1922)
- Eugen Mittwoch (1876-1942)
- Ernst Trumpp (1828-1885)
- Fritz Hommel (1854-1936)
- Alfred Rahlfs (1865-1935)
- Bernhard Stade (1848-1916)
- Carl Heinrich Cornill (1854-1920)
- Winand Fell (1837-1908)
- Lazarius Goldschmidt (1871-1950)
- "Bibliotheca Aethiopica" (1893)
- Katalog der äthiopischen Handschriften in Stadtbibliothek in Frankfurt am Main
weitere österreichische Forscher
- Leo Reinsch (1832-1919)
- David Heinrich Müller (1846-1912)
- Eduard Glaser (1855-1908)
- August Haffer (1869-1914)
- Maximilian Bittner (1869-1918)
- Nikolaus Rhodokanakis (1876-1945)
Forschungen zur äthiopischen Liturgie
- Hugo Duensing (1877-1961)
- Pfarrer der Marktkirche in Goslar
- philosophische Dissertation über historische Angaben im äthiopischen Hailigenkalender
- 1946 Edition und Übersetzung der äthiopischen Version der "Kirchenordnung des Hippolyt"
- Sebastian Euringer (1865-1943)
- Alttestamentler an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Dillingen
- veröffentlichte Originaltexte der äthiopischen Liturgie
- Adolf Grohmann
- veröffentlichte "Äthiopische Marienhymnen"
Enno Littmann
- geboren 1875
- 1898 Veröffentlichung einer Arbeit über "Das Verbum in der Tigre-Sprache in Abessinien"
- 1905 Auftrag zur Leitung der Deutschen Aksum-Expedition
- Meister der Epigraphik
- kopierte altäthiopische Inschriften des Königs Ezana in zusammenhängenden Text
- Professor an der Universität Straßburg: Veröffentlichung von "Publications of the Princeton Expedition ta Abyssinia" in vier Bänden mit in Eritrea gesammelten Tegretexten (1910-1915)
wird fortgesetzt!
Quellen
- Ernst Hammerschmidt: Äthiopien. Christliches Reich zwischen Gestern und Morgen, Wiesbaden 1967.
