Toast auf Bundespräsident Lübke (Rede vom 22.10.1964)
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Ihre Exzellenz, Präsident Heinrich Lübke, Frau Lübke und verehrte Gäste. Wir fühlen Uns geehrt und sind besonders über die Anwesenheit des Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Heinrich Lübke, heute Abend erfreut. Sein Besuch, der erste dieser Art, läutet nicht nur eine neue Ära in der langjährigen Freundschaft zwischen Unseren beiden Ländern und Völkern ein, sondern bietet Uns allen auch eine einzigartige Gelegenheit zur Besinnung über die besonders herzliche und friedliche Bindung der Freundschaft, die heute zwischen der Bundesrepublik und Äthiopien existiert. Eine Freundschaft, die auf gegenseitigem Respekt für die Grundprinzipien der Führung von Angelegenheiten zwischen Völkern und die Hingabe für die Sache des Friedens und der Gerechtigkeit für alle basiert.
Nur durch Zusammenarbeit und gemeinsame Überlegungen auf Regierungsebene können die Bemühungen für Frieden vollendet werden.
Das beispiellose ökonomische Wiederaufleben der Bundesrepublik seit dem Zweiten Weltkrieg sagt viel über die Energie und Fähigkeit des deutschen Volkes und ihrer Regierung aus; zu ihrer Fähigkeit gefürchtete Hindernisse zu überwinden auf der Suche nach einer würdevollen und zufrieden stellenden Lebensart. Angesichts der Ereignisse in den Nachkriegsjahren verdienten und verdienen sie den Respekt und die Bewunderung der ganzen Welt.
Wir in Äthiopien haben seitens der Bundesrepublik eine greifbare Manifestation in der Anerkennung der moralischen Verantwortung, die die wohlhabenden Nationen den sich zu entwickelnden Ländern und Völkern der Welt schulden, erfahren, indem sie sich den Bemühungen angeschlossen hat, die Äthiopien heute macht, um die Wirtschaft auszubauen und dem äthiopischen Volk den Segen der modernen Technologie und des Lernens zu geben. Wir erinnern Uns auch an die Anteilnahme des deutschen Volkes, die es zum Ausdruck gebracht hat, als Unser Land vom Feind angegriffen wurde. Es ist deshalb nur angemessen, dass wir Unsere persönliche Dankbarkeit für all dies ausdrücken und wir freuen Uns in Zukunft auf eine noch engere Zusammenarbeit.
In der kurzen Zeit, die Sie mit Uns verbringen werden, Herr Präsident, werden Sie die Gelegenheit bekommen, aus erster Hand die Schönheit und das große Potenzial der äthiopischen Nation zu erfahren. Sie werden aus erster Hand das stolze Erbe und die Kultur unseres Landes sehen und die traditionelle Gastfreundschaft erfahren, welche das äthiopische Volk denen bietet, die Wir respektieren und ehren. Wir sind überzeugt, Sie werden den leidenschaftlichen Wunsch der äthiopischen Regierung und des Volkes nach Fortschritt und Verbesserung verstehen und anerkennen. Sie werden sehen, welch Reichtum im fruchtbaren Boden und den großen Wassergebieten Unserer Nation liegt. Wenn Sie Uns wieder verlassen, dann hoffen wir, Sie werden eine herzliche und andauernde Erinnerung an die Freundschaft, welche das äthiopische und deutsche Volk verbindet sowie praktisches Wissens der Probleme, die Unseren Nationen gegenüberstehen, mitnehmen, damit die Beziehungen zwischen Uns so fortgeführt werden, wie sie, durch Aufrichtigkeit und gegenseitige Anerkennung, in den letzten Jahren geprägt wurden.
Es ist eine wahre Freude, nun Unsere Gläser zu heben, um auf Sie, Herr Präsident sowie auf Frau Lübke, auf Ihre Gesundheit und Ihr Glück, auf eine dauerhafte Freundschaft zwischen Äthiopien und der Bundesrepublik und auf den Wohlstand und das Wohl der Menschen Ihrer großartigen Nation, anzustoßen.
Quelle: Haile Selassie I: Selected Speeches of His Imperial Majesty Haile Selassie I, Imperial Ethiopian Ministry of Information (Hg.), Addis Abeba 1967, S. 125-126.
Übersetzung: Jah Roc
Korrektur: Adilisha
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