Tod des Prinz Makonnen (Rede vom 18.05.1957)
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Möge Gott euch belohnen -- all unsere Bürger, jung und alt, und die Tausenden von Studenten, welche unseren Kummer in dem Schicksalsschlag, den wir durch das Dahinscheiden unseres Sohnes Prinz Makonnen erlitten, so innig teilten. Itegue und ich sind für eure zum Ausdruck gebrachte Sympathie sehr dankbar.
Die Anteilnahme, die all unsere Bürger an unserer Trauer hatten, half, uns zu trösten. Die Studenten, denen wir mit Gottes Hilfe Bildung zur Verfügung stellten, haben mit ihren treuen Herzen ihre Trauer mit Tränen ausgedrückt, während wir den letzten Überresten unseres Sohnes zu seinem Begräbnis folgten. Obwohl er (der verstorbene Prinz) unser Sohn in Fleisch und Blut ist -- diese sind unsere Kinder in puncto Bildung. Die Schuljungen und -mädchen verschütteten ihre Tränen wie für einen geliebten Bruder oder Schwester.
Außerdem trösteten uns die Telegramme, die wir von Würdenträgern, Beamten, dem Ausland und aus dem ganzen Reich erhielten, ungemein. So wie er unser Sohn und der eure ist, wurde unsere Trauer zu der euren.
Wir liebten unseren Sohn aus zwei Gründen: Zuerst, weil er unser Sohn ist. Folglich ist unsere Trauer unter dem Schatten seines Todes jene schwer beladener Herzen der Eltern über den Verlust eines Kindes. Zweitens war er seit seinen Kinderjahren, uns seine unentbehrliche Hilfe und seinen Dienst anbietend, an unserer Seite. Im Widerwillen, sich von uns zu trennen, marschierte er während des Krieges im Alter von 12 Jahren helfend, uns selbst vor dem Bombenregen zu schützen, mit uns nach Desie.
Als wir im Exil waren, war er Unsere Quelle des Trostes. Während seiner Jugend beschloss er, denen, die wir darauf vorbereiteten, an dem Fortschritt unseres Landes mitzuwirken, ein gutes geistiges und anständiges Beispiel zu geben; so galt er als Beispiel für seinen Willen, seine Anstrengungen und Weitsichtigkeit.
In seinen menschlichen Mahnungen bezüglich der Armen und Hilfsbedürftigen an uns, suchte und erhielt er Unterstützung für sie. Diese Taten vermachen wir denen, die sein Wohlwollen empfingen, um zu erinnern. Obwohl er noch jung war, machte er uns auf die Bedingungen derer aufmerksam, die Hilfe benötigten, dies sogar tief in der Nacht, verzichtetend auf jeglichen jugendlichen. Jung wie er war, war er geistig so reif, dass er uns wie eine ältere Person beriet.
Wir zogen ihn auf, indem wir ihn mit einer Saugflasche fütterten, während seine Mutter ihm die Brust gab. Wir haben gehofft, dass wir ihm vorausgehen können, aber dieser tragischer Verlust entzog ihn uns unerwartet. Auch wenn wir uns völlig an Gottes Gesetz halten und auf seine Frau und Kinder aufpassen, kann dies für uns ein Ersatz für Makonnen sein? Wie auch immer, Makonnen kann nicht mehr für uns sein als alle äthiopischen Menschen, welche unsere Söhne und Töchter sind.
Sterblichkeit ist des Menschen unvermeidbares Los. Wir müssen Gottes Beschluss, uns in Makonnen denjenigen, den er uns zur Zierde unseres Lebens schenkte, zu geben und ihn zurückzuholen, geduldig akzeptieren.
Heute ist der dritte Tag, seitdem wir ihn zur Ruhe legten, und nun müssen wir zu ihm gehen da, er nicht zu uns kommen kann.
Lasst uns alle zu unseren Beschäftigungen, für die wir bestimmt sind, zurück kehren. Wir müssen uns bewahren, so dass wir im Dienste für andere sein mögen. Möge Gott die Tränen, die vergossen wurden, akzeptieren und die Herzen derer, die sie vergossen haben, für den Fortschritt unseres Landes nutzen. So lasst uns zu unseren Pflichten zurückkehren.
Quelle: Haile Selassie I: Selected Speeches of His Imperial Majesty Haile Selassie I, Imperial Ethiopian Ministry of Information (Hg.), Addis Abeba 1967, S. 645 ff.
Korrektur: Chris
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