Zwanzigster Jahrestag der U.N. Charta (Rede vom 27.06.1965)

Aus RastaWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Ereignis, die heute begangen wird, markiert den zwanzigsten Jahrestag des Unterschreibens der Charta der Organisation der Vereinten Nationen. Ebenfalls zur gleichen Zeit ist dieses laufende Jahr, 1965, als Jahr der Internationalen Zusammenarbeit auserkoren und wird als solches entsprechend der Vorschläge, die von dem verstorbenen Premierminister Nehru von Indien gemacht wurden, für „das Betonen des Geistes von guter Zusammenarbeit und Verständnis, bestehend zwischen Regierungen der Länder, deren Beziehungen oft in Bezug auf internationale Probleme, Konflikte und Missverständnisse bekannt sind“ begangen.

Als ein Gründungsmitglied der Vereinten Nationen vor zwanzig Jahren ist Äthiopien heute zufrieden stellend seinen Pflichten für Stärkung der gesetzmäßigen Aufstellung der Weltorganisation über die Jahre nachgekommen. Als ein Mitglied der verschiedenen Kommissionen der Weltorganisation hat sie in der Erfüllung ihrer Pflichten selbst bei den Diensten, die von der Internationalen Organisation geleistet wurden, nützlich gemacht.

Heute sind die Völker der Welt in Begriff, das Überwinden der Barrieren von Zeit und Raum durch das Leben als Mitglieder einer eng verbundenen Familie von Nationen als ein Resultat der Verbesserungen, die durch moderne Wissenschaft und Technologie gemacht wurden, zu erreichen. Daher kann gesagt werden, dass die Welt nun ein Stadium erreicht hat, wo Angelegenheiten, die jedes individuelle Land bestimmen, Mitglieder der gesamten internationalen Gemeinschaft betreffen.

Wie kann eine Welt dann besser vereint, Völker enger verbunden, das edle Ziel weiterer Stärkung des Geistes der internationalen Zusammenarbeit erreicht, eine Atmosphäre gegenseitiger Übereinkunft und Verständnis errichtet, und sich für die Schaffung einer Welt von höchstem Frieden und Zufriedenheit angestrengt werden? Die Antwort dieser fundamentalen Frage muss von der Organisation der Vereinten Nationen, die nun den zwanzigsten Jahrestag ihrer Gründung begeht, gegeben werden. Bei dem Anlass des Begehens des zwanzigsten Jahrestags ist es tatsächlich an der Zeit, darüber nachzudenken, was diese Organisation ist, was ihre Potentiale sind und, bei der Bewertung ihrer Errungenschaften während der vergangenen zwanzig Jahre, zu zeigen, was sie sein sollte - diese Organisation, in welche die Menschheit ihren Glauben gelegt hat, als ein nützliches Instrument für das Erkunden von Wegen, Auseinandersetzungen und Konflikte zwischen Staaten und Regierungen beizulegen, und für die Erhaltung von internationalem Frieden und Sicherheit, indem Vorschläge gemacht werden, wie sie weiterhin verbessert werden kann.

Hoffnung der Menschheit

Die Charta der Organisation der Vereinten Nationen verkörpert Hoffnungen und Sehnsüchte der Menschheit von Absichern der Menschenrechte, Erhalten des Weltfriedens, Erheben globaler Lebensstandards und Bildungsstandards zu verbessern, ohne jegliche Unterscheidungen von Rasse, Geschlecht, Sprache und Religion zu machen. Und diese Hoffnungen und Sehnsüchte der Menschheit können nur von Wert sein, wenn wir uns selbst dem Verfolgen des gesetzten Ziels durch Zeigen von beständigem Respekt für die Bestimmungen der Charta und durch Arbeiten für seine letztendliche Realisation verschreiben. Entschlossene Hingabe zu der Charta ist essentiell, wenn Weltfrieden gestärkt werden soll und fundamentale Menschenrecht angemessen abzusichern sind. In Wort und Tat müssen wir in Bedrohung beispielhaft einen entschlossenen Geist für internationale Moral zeigen, und wenn nötig für Wahrheit und Gerechtigkeit zu leiden und zu sterben, so dass diese internationale Moral bestärkt und gekräftigt wird. Wie Wir bei verschiedenen Gelegenheiten in der Vergangenheit sagten, ist die Verantwortung für das Absichern des Weltfriedens nicht beschränkt auf die Großmächte. Frieden und Krieg betrifft nicht nur Großmächte, sondern die gesamte Menschheit und sind daher die Angelegenheit aller Völker der Welt. Zusammenarbeit und Verständnis sind grundlegend für die Erhaltung des Weltfriedens; daher ist es die Pflicht der internationalen Gemeinschaft, sich zu bemühen, dass dieser Geist gestärkt und universal unter allen Nationen wird, die die Verantwortung der Absicherung des Weltfriedens halten.

Die Völker der Welt beziehen neue moralische Stärke und Hoffnung aus dem Erachten, was die Vereinten Nationen im Erreichen der oben genannten Ziele tun können. Aufgrund der Existenz der U.N. Konflikte, die zwischen zwei Staaten aufkommen, wo das Interesse des einen von dem anderen getreten wird, werden schließlich eine Angelegenheit internationaler öffentlicher Meinung, welche das Gericht des Falls beeinflussen könnte. Die Organisation hat ebenso die Kraft und den Einfluss, internationalen Konflikten die Möglichkeit zu geben, sich eine Zeit der Reduzierung des Härtegrades zu leisten und die Truppen des Bösen zu mäßigen, bevor sie einen Punkt der Explosion, die die Menschheit zerstören kann erreichen.

Lösungen Finden

Die Aktivitäten der Organisation der Vereinten Nationen kann den Lebensstandard von Menschen überall in der Welt anheben. Wie kann es jedoch für diese großartige Aufgabe möglich sein, zufrieden stellend bewältigt zu werden, wenn einige Staaten die Entscheidungen der Organisation nicht anwenden? Wie kann die letzte Hoffnung der Menschheit sein edles Ziel erreichen, wenn einige Staaten ihre eigenen eigennützigen Zwecke verfolgen, die Autorität der internationalen Organisation herauszufordern? Heisst dies nicht, dass, wenn die der Welt gegenüberstehenden Lösungen der Probleme nicht von der Organisation begründet sind, und wenn diese, wenn begründet, nicht von allen Mitgliedsstaaten akzeptiert werden, die Weltgemeinschaft schwächer und schwächer wird? Wir glauben, dass die U.N. in ihren Anstrengungen, einen Rahmen von internationalem Gesetz zu bieten und dessen Achtung zu sichern, hinter den Erwartungen zurück liegen wird.

Welchen Kurs der Aktivität sollen die kleinen Nationen hinsichtlich des vorliegenden konstitutionellen Rahmens der Organisation der Vereinten Nationen und der bestehenden internationalen Situation verfolgen? Kleine Nationen sollten sich von der Instrumentalisierung ihrer selbst, um Spannungen zwischen den Großmächten zu entzünden, zurückhalten. Unterstützungshilfe und andere Formen ausländischer Hilfe sollten nicht durch die Pflicht, Partei zu ergreifen, bedingt sein. Um dieses Ziel zu erreichen müssen sie nicht nur an einem Grundsatz politischer Blockfreiheit festhalten, sondern sich ebenso beständig gegen alle kleinen vom vorherrschenden internationalen Kalten Krieg herbeigeführten und herbeizuführenden Konflikte stellen und sie ächten. In einer Zeit, in der Wir danach streben, das Wettrüsten zu beenden, sind Wir überzeugt, dass ein nuklearer Krieg die gesamte Welt verwüsten würde. Wir müssen indes zusammen für das Beenden der kleinen Kriege, die die Energie der kleinen Nationen verbraucht und unsere Menschen dezimiert, arbeiten.

Die unvertretbare Doktrin von Rassenüberlegenheit ist eine Bedrohung für die Aufrechterhaltung internationalen Friedens und Sicherheit, sowie ein ernsthafter Rückschlag für das Errichten einer gesunden Atmosphäre von Verständnis und Zusammenarbeit in der Welt, wir müssen zusammen gegen die Philosophie des Rassismus arbeiten.

Hat die U.N. Autorität?

Hat die Organisation der Vereinten Nationen die Autorität für das Erreichen diese Ziele? Zeigt die Organisation einen eifrigen Geist, diese Ziele konsequent zu verfolgen? Wenn sie keine Autorität hat, diese Dinge zu tun, sind wir bereit und willens, ihr genug Kraft für die Organisation zu verleihen, ihre Aufgabe zufrieden stellend zu verrichten? Wenn wir überleben sollen, muss die Organisation ebenso überleben. Wenn sie überleben muss, sollte sie gestärkt werden. Und um ihre Struktur zu stärken, muss die Organisation die erforderliche Autorität bekommen. Die Schwachen dürfen von den Starken nicht zerrissen oder belästigt werden. Alle Staaten, die Bedingungen erfüllen, die sie für die Mitgliedschaft berechtigen, sollten in die Organisation aufgenommen werden. Weil Frieden in einer Atmosphäre riechend nach Armut und Hunger nicht regieren kann, müssen Wir die Möglichkeiten des Ernährens der Hungrigen, des Bekleidens der Nackten und Erleuchtens der Ungebildeten erkunden und stärken.

Heute sollten die Großmächte ebenso aufwachen angesichts der Erkenntnis der Tatsache, dass der Schlüssel zu ihrem Schicksal und Zukunftsglück nicht nur allein in ihren Händen liegt. Es gibt keinen Frieden ohne Zusammenarbeit. Es sei bekanntgeben, dass die Prinzipien in der Charta verankert sind und die Beschlüsse, die von der Organisation angenommen wurden, nicht nur existieren, um von den kleinen Nationen respektiert und angewendet zu werden. In den Bemühungen, die gemacht wurden, um den Ernst der Weltprobleme zu lockern, sollten die kleinen Nationen ein Mitspracherecht haben. Ihre Stimmen sollten gehört werden. Eine Atmosphäre von gegenseitigem Vertrauen und Zuversicht kann nicht aufgebaut werden, wenn den Rechte der kleinen Nationen nicht der selbe Respekt wie der der Großmächte eingeräumt wird. Um diese Aufgaben zu bewältigen, ist es erforderlich, das Bewusstsein der Menschheit zu wecken. Ohnehin sind Stärke und gegenseitiges Vertrauen zwei unverzichtbare Eigenschaften für das Erreichen des gemeinsamen Zieles. Selbst wenn die Kraft existiert, muss der gemeinsame Grund des gegenseitigen Vertrauens gelegt sein. Um dies zu errichten, müssen wir sorgfältig arbeiten. Wenn wir einmal fähig sind, das Menschenmögliche zu tun, kann der Rest dem Allmächtigen Gott überlassen werden. So dass der Mensch, den er in seinem Bild erschaffen hat, nicht vernichtet werden möge, lasst uns unseren Glauben in Gott legen.


Informationen zur U.N. Charta sind hier auf dem Blog der RWA zu finden.


Quelle: Haile Selassie I: Selected Speeches of His Imperial Majesty Haile Selassie I, Imperial Ethiopian Ministry of Information (Hg.), Addis Abeba 1967, S. 378 ff.

Übersetzung: Chris

Korrektur: -

88x31.pngCreative Commons Lizenz: Namensnennung, Keine kommerzielle Nutzung, Keine Bearbeitung (Link)
Namensräume
Varianten
Aktionen
RastafarI Works Association e.V.